Im Rahmen unseres Projektes fand in der Ukraine die erste internationale Konferenz zum Thema “Soziales Unternehmertum als Instrument der Konfliktnachsorge für die Zivilgesellschaft“ statt

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Ein innovatives Business-Model als Instrument der Zivilgesellschaft in der Konfliktnachsorge und Konfliktprävention – aus dieser Perspektive wurde der Begriff des Sozialen Unternehmertums auf der Konferenz am 14.09.2017 in Dnipro diskutiert. Mehr als 20 internationale Expert_innen aus der Ukraine, Armenien, Georgien, der Republik Moldau, Aserbaidschan und Deutschland stellten erfolgreiche Beispiele von Sozialen Unternehmen aus ihren jeweiligen Ländern vor, um den anwesenden ukrainischen Aktivist_innen das Soziale Unternehmertum als ein Instrument der Konfliktnachsorge näher zu bringen und diese so bei ihrer aktuellen Prävention und Bearbeitung sozioökonomischer Probleme, die in Folge des Krieges in der Ostukraine entstehen, zu unterstützen.

Neben Fachleuten und Vertretern der Zivilgesellschaft nahmen auch zivilgesellschaftlich engagierte Unternehmer an der Konferenz teil. Viele von ihnen sind aktiv mit der Bearbeitung von Kriegsfolgeproblemen beschäftigt und suchen mit dem Sozialen Unternehmertum neue Handlungsoptionen.

„Bei der Problem- und Konfliktlösung in der Ukraine sind die Erfahrungen aus anderen Krieg-s, bzw. Nachkriegsgebieten besonders hilfreich für die ukrainische Zivilgesellschaft“, konstatierte Maria Slesazeck, Leiterin des Projektes „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ des DRA e.V, in ihrem Eröffnungsvortrag. Weiter betonte sie: „Doch auch die ukrainische Zivilgesellschaft konnte in den letzten drei Jahren zahlreichen Erfahrungen in der Konfliktnachsorge sammeln, die wiederum für die Zivilgesellschaften anderer Länder sehr wertvoll sein können“.

Wolfgang Messinger, Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Donezk/ Dienstsitz Dnipro, betonte die Bereitschaft vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland, die Stabilisierungsbemühungen in Bezug auf die sozioökonomischen Konflikte in den Ländern der „Östlichen Nachbarschaft“, insbesondere in der Ukraine, zu unterstützen.

In der Ukraine ist das Soziale Unternehmertum im Gegensatz insbesondere zu den westeuropäischen Ländern bisher wenig verbreitet. Dies ist nicht zuletzt auch auf die oft  unzureichende Regulierung des Sozialen Unternehmertums in der ukrainischen Gesetzgebung zurückzuführen. So war eine zentrale Frage der ersten Podiumsdiskussion welche Modelle vom Sozialen Unternehmertum die Einhaltung der ukrainischen Gesetzgebung erlauben und zugleich dem Ziel gerecht werden, sozio-ökonomische Konflikte zwischen kriegsbetroffenen Menschen und Vertreter_innen der Aufnahmegesellschaft zu minimieren.

Im weiteren Verlauf der Konferenz präsentierten Referenten aus der Republik Moldau, Armenien, Georgien, Aserbaidschan und der Ukraine verschiedene Modelle erfolgreicher Sozialer Unternehmen, die sich mit der Bearbeitung von sozio-ökonomischen Konflikten in kleinen Gemeinden, insbesondere durch die ökonomische und soziale (Re-)Integration von (ehemaligen) Kriegsteilnehmern und Binnengeflüchteten, bemühen.

Abgerundet wurde die Konferenz mit einer Panel-Diskussion zum Thema „Wie sieht die Entwicklung des Sozialen Unternehmertums in Europa in den nächsten drei Jahren aus?”

Die anwesenden Expert_innen aus Armenien, Georgien, Aserbaidschan, der Republik Moldau, der Ukraine und Deutschland drückten hierbei den Wunsch zur Zusammenarbeit und die Bereitschaft aus, die ukrainische Zivilgesellschaft bei der Entwicklung des Sozialen Unternehmertums zum Zweck der zivilgesellschaftlichen sozio-ökonomischen Konfliktbearbeitung zu unterstützen. So betonte der deutsche Politikwissenschaftler und Trainer unserer Schulungsreihe Soziales Unternehmertum als eine Handlungsstrategie zivilgesellschaftlicher Aktivist_innen zur Überwindung und Prävention von sozialökonomischen Konflikten“ „Stephan de la Peña Kiсk, die Wichtigkeit auch über die Konferenz hinaus, Erfahrungen zum Sozialen Unternehmertum als Instrument der Konfliktnachsorge zwischen den vertretenen Ländern auszutauschen und sich hierbei gegenseitig sowie insbesondere neugegründete Soziale Unternehmen in ihrer weiteren Entwicklung durch Knowhow- und Erfahrungstransfer zu unterstützen.

Um die Grundidee der Konferenz, nämlich eine Plattform des Erfahrungsaustausches und der Vernetzung im Bereich der sozio-ökonomischen Konfliktbearbeitung mittels Sozialem Unternehmertum zu schaffen, auch über die Konferenz hinaus fort zu führen, haben wir eine Austausch-Plattform geschaffen, mittels welcher jeder die Möglichkeit hat, sich mit den Expert_innen aus der Ukraine, Armenien, Georgien, der Republik Moldau, Aserbaidschan und Deutschland sowie den anderen Teilnehmer_innen der Konferenz auszutauschen und zu vernetzen.

Wenn Sie Mitglied der Plattform werden möchten, können Sie eine Anfrage auf Teilnahme über folgenden Link senden: https://www.facebook.com/groups/126212934698941/

Eine Live-Videoübertragung aus dem Konferenzsaal kann unter folgendem Link auf YouTube angesehen werden:

Teil 1:

Teil 2:

(Originalsprachen: Russisch und Ukrainisch)

Die Konferenz ist Teil einer der 6 Projektkomponenten unseres internationalen Projekts „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“. Diese Projektkomponente „Soziales Unternehmertum in der Konfliktnachsorge“ realisiert der DRA e.V. gemeinsam mit der East Europe Foundation, ChildFund Deutschland e.V. und „Land freier Menschen“.