Das dritte Modul der Ausbildung von männlichen Multiplikatoren für Präventionsarbeit gegen häusliche Gewalt als Kriegsfolge in der Ukraine hat stattgefundnen

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Vom 27. bis 31. Januar fand in Odessa das dritte Modul unserer Schulungsreihe „Von der Rehabilitierung hin zu Bildung und Praxis der Prävention und Reduktion von häuslicher Gewalt als Kriegsfolge durch die Aktivierung von Männern“ statt. Teilnehmer der Schulungsreihe sind Männer, deren Leben von den Kriegshandlungen im Osten der Ukraine direkt betroffen wurden und sind, d.h. Binnenvertriebe und (ehemalige) Kriegsteilnehmer. Im Laufe der Schulungsreihe, die aus vier aufeinanderfolgenden Modulen besteht, lernen sie, mittels Seminaren und öffentlicher Aufklärungsarbeit, bei anderen Männern ein Bewusstsein für das Problem der kriegsbedingten häuslichen Gewalt zu wecken, diese zur Reflektion sowie einer möglichen Änderung des eigenen Verhaltens zu motivieren und in anderen Männern Mittstreiter für die Reduktion und Prävention von kriegsbedingter häuslicher Gewalt zu gewinnen.

Nach dem Abschluss der ersten zwei Module im Jahr 2017 organisierten und führten die Teilnehmenden Seminare mit kriegsbetroffenen Männern in den folgenden Regionen durch: Tscherkassy, Dnipropetrowsk, Lugansk, Charkow, Kiew und Odessa. In den Seminaren erarbeiteten sie mit den Männern die Ursprünge von kriegsbedingter häuslicher Gewalt und mögliche Reaktionsstrategien hierauf.

Im dritten Modul der Schulungsreihe lernten die Männer nun, Informationskampagnen zur Prävention von konfliktbedingter häuslicher Gewalt auf lokaler Ebene zu entwickeln und durchzuführen. In kleinen Gruppen erarbeiteten sie das erste Konzept für ihre zukünftigen Kampagnen.

Ein besonderes Augenmerk der TrainerInnen lag auf der Verbindung von online und offline Formaten im Rahmen der Informationskampagnen: nur durch diese Kombination lässt sich das sensible Thema wirksam und mit einer großen Reichweite verbreiten.

Neben der Vorbereitung und Durchführung von Informationskampagnen mithilfe von persönlichen Gesprächen, Massenmedien und den sozialen Netzwerken, lernten die Teilnehmer auch Kurzvideos zu drehen und zu schneiden und erstellten zur Übung während des Seminars 2-minütige Videos zum Thema „Häusliche Gewalt als Kriegsfolge“. Als Ergebnis entstanden fünf kreative Kurzvideos, die sich an verschiedene männliche Zielgruppen (u.a. an ehemalige Kriegsteilnehmer, Binnenvertriebe, Leistungssportler) richten.

Insgesamt werden von März bis Ende Mai 2018 sieben lokale Informationskampagnen in sechs verschiedenen Regionen der Ukraine durchgeführt: Tscherkassy, Dnipro, Lugansk, Charkow, Kyiv und Odessa. Diese werden gemeinsam von unseren Teilnehmern der Schulungsreihe mit denen von ihnen im Rahmen ihrer Seminare bereits gewonnenen Mitstreitern realisiert.

Die Informationskampagnen, wie auch die im ersten Teil der Förderung durchgeführten Seminare, werden im Rahmen unserer Schulungsreihe fachlich begleitet und finanziell unterstützt.